Reisen

10 Tipps für das Reisen mit einem Fotografen

Fotograf am Strand

Mein Freund ist Fotograf und meiner Meinung nach auch ein ziemlich guter. Ich liebe es mit ihm zusammen zu reisen. In vielerlei Hinsicht haben wir unterwegs sehr ähnliche Bedürfnisse und Vorlieben: Wir streunen zusammen durch die Natur, wir mögen Camping lieber als Hotels, wir probieren gemeinsam fremde Speisen aus und verlieren uns auf lokalen Märkten.

Wir sind zusammen durch Kalifornien und Neuseeland gefahren, haben den Grand Canyon bestaunt und unseren ersten Helikopterflug genossen. Wir haben Fischsuppe in Malaysia geschlürft, sind kreuz und quer durch die Toskana gefahren, sind durch Venedigs Gassen, polnische Dörfer und sächsische Wälder gestromert und sind Schlangen, Bären und Kaimanen begegnet.

In einer Sache unterscheiden wir uns aber: während ich Fotos eher zu dokumentarischen Zwecken mache und häufig, gerade bei besonders schönen Ausblicken auch vergesse die Kamera rauszukramen, ist mein Freund ein leidenschaftlicher Fotograf, der besonders auf Reisen, entzückt von einem Motiv zum nächsten wechselt.

Das kommt Dir bekannt vor und du hast Dich schon immer gefragt, wie harmonisches Reisen mit einem Fotokünstler funktionieren kann? Dann ist dieser Artikel für Dich:

Einige der Punkte sind sicherlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen.

1 Nimm genug Wasser mit

Das klingt jetzt vielleicht wie ein eher banaler Tipp, aber denk dran: du wirst unter Umständen viel mehr Zeit an einem Ort verbringen als eigentlich geplant (oder plötzlich und ganz spontan ganz woanders hinfahren!) Nimm Wasser mit, trink genug und sorge auch dafür, dass er genug trinkt.

Menschliche Bedürfnisse stehen nämlich („guck doch mal das Licht ist gerade perfekt“) in dem Moment überhaupt nicht auf seiner Liste.

2 Genieße dein eigenes Hobby

Liest du gerne? Oder schreibst so wie ich? Perfekt! Nimm dir alle nötigen Utensilien mit und genieße es an einem See, im Wald, am Straßenrand o.ä. in Ruhe deiner eigenen Leidenschaft nachgehen zu können. Willst du lieber wandern, reiten, ins Museum gehen o.ä.? Dann trennt euch ab und zu mal für einen Tag. Lass ihn den einsamen Baum am Wegesrand fotografieren und erkunde selbst die Natur auf dem Pferderücken oder zu Fuß in deinem eigenen Tempo.

3 Verabschiede dich von romantischen Sonnenuntergängen

Ihr seid am Strand, die Sonne geht gleich unter, um euch herum Pärchen mit Weinflaschen und Picknickkörben, die abwechselnd verliebt die Sonne und einander ansehen? Schön, aber erwarte nicht, Teil eines solchen Pärchens zu sein. In der „golden hour“ sieht doch alles so magisch aus und sollte unbedingt festgehalten werden. Dein Liebster werkelt also ganz aufgeregt mit seinem Stativ während du alleine auf der Decke sitzt – mach dir nichts draus, wenn „das Licht“ weg ist, ist er wieder ganz bei dir.

4 Nutze jede öffentliche Toilette – jede!

Wie gesagt, dein Begleiter hat gerade keine menschlichen Bedürfnisse und genau nachdem ihr an der Toilette vorbeigefahren seid, die du versäumt hast zu benutzen, steht dieser Baum am Straßenrand und sieht so fotogen aus (für seine Augen, für deine ist es einfach nur ein Baum!). Also: sorge vor, wenn du kannst!

5 Gehe nie ohne Führerschein (ggf. den Internationalen) auf Reisen

Fotografen finden ihre Motive überall und sie sind auch in jeder Sekunde auf der Suche danach. Auch, wenn sie gerade Autofahren!!! Ich selber fahre sehr gerne und besonders gerne in fremden Ländern auf schönen Landstraßen, daher übernehme ich bei uns meistens das Steuer. Sollte es dir nicht so gehen, denkt lieber über alternative Transportmittel nach. Wie wär‘s mit Zugfahren?

6 Solltest du die Fahrerin sein, bereite dich auf abrupte Stopps vor

Hab ich dir schon von diesem unauffälligen Baum am Straßenrand erzählt? Ich habe glaube ich versäumt zu erwähnen, dass er sich natürlich nicht direkt neben einem Parkplatz befindet. Trotzdem sollst du anhalten, jetzt sofort! Da guck doch mal der Rasenstreifen, da kann man doch gut anhalten!

Halte Ausschau nach potenziellen Motiven (bei meinem Freund sind es Strommasten, einsame Bäume und Fabrikgebäude) und nach Haltemöglichkeiten. Und bleib ruhig. Wenn man an der Stelle nicht anhalten kann, dann geht es halt nicht. Der nächste Strommast kommt bestimmt!

7 „Wandern“ bedeutet für ihn nicht das Gleiche wie für dich

Ich liebe Wandern! Allerdings verstehe ich es eher als Sport. Zu einer guten Wanderung gehört für mich ein anständiges Tempo und ein gewisses Maß an Anstrengung. Wenn er seine Fotoausrüstung mit auf eure Wanderung nimmt, zieh dich warm genug an und nimm ein Strickzeug mit! – Ihr werdet spazieren gehen und ihr werdet zwischendurch anhalten. Oft. Und lange.

8 Vergiss nicht ihn an die „Urlaubsfotografie“ zu erinnern

Du willst schließlich auch auf einigen Bildern zu sehen sein. Auf dem Zeltplatz, am Grand Canyon, beim Autofahren. Erinnere ihn daran, dass ein paar dokumentarische Fotos euch im kalten Deutschen Winter an die schöne Reise denken lassen – mehr als der dramatisch inszenierte Strommast.

9 Sag Bescheid, wenn du Hunger hast oder müde bist

Sei nicht wütend er meint es nicht böse, er denkt einfach nur nicht daran, weil er selbst grad alle Bedürfnisse ausgeschaltet hat.

10 Sei stolz auf das Ergebnis

Er hat das Talent und das Auge für gute Motive, aber du hast ihn hingefahren und in der Wüste am Leben gehalten (Wasser!)

Zu zweit Reisen kann zur Herausforderung werden, wenn man sich nicht gut genug kennt oder keine Kompromisse schließt. Mehr Tipps zum Reisen als Pärchen gibt es bei Alexander und Elena von Auszweit.

Du willst die Fotos sehen? Dann guck doch mal hier vorbei.

Welche Hobbies und Leidenschaften hat dein/e Partner*in? Nimmt er/sie die auch mit in den Urlaub?

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12 Comments

  • Reply Michael 29. April 2015 at 6:11

    Fantastischer Artikel! Musste fast laut lachen und ja, da ist so viel wahres dran. Hab mich selbst an vielen Ecken wiedererkannt 😀

    • Reply Sophia 29. April 2015 at 21:20

      Freut mich sehr, dass du Spaß beim Lesen hattest! Ich schau‘ direkt mal auf deinem Blog vorbei! 🙂

  • Reply Anna 12. Mai 2015 at 15:35

    Mir gings wie Michael, habe mich direkt wiedererkannt. Wenn ich und meine Kamera zusammen unterwegs sind, warne ich die Leute, die uns begleiten, aber inzwischen vor. Dann wissen sie, worauf sie sich einlassen. Vielleicht sollte ich aber der Einfachheit halber in Zukunft lieber diesen Artikel ausdrucken und meinen Reisepartnern in die Hand drücken… 😉

    Herzlich,
    Anna

    • Reply Sophia 13. Mai 2015 at 7:59

      Gute Idee, vielleicht sollte ich ein PDF zum Download hinterlegen 🙂 .

  • Reply robert kalb 25. Mai 2015 at 21:54

    …genau darum mussten wir in norwegen zu zweit in einem fiat 500 übernachen, aber das licht war einfach genial!!

    • Reply Sophia 25. Mai 2015 at 22:09

      Ich bin sicher, dass es sich gelohnt hat, aber ich hoffe, ihr habt nicht gefroren 🙂

  • Reply Marc Wiegelmann 27. Mai 2015 at 7:27

    HAHA 🙂 ja ich glaube da können meine Reisebegleitungen auch ein Lied von singen. Sehr cooler Artikel. Bei meinem letzten Trip nach Irland stand mein Vater nur kopfschüttelnd am Straßenrand als ich zum wiederholten Mal die Straße fotografiert habe 🙂 Anders ist es wenn die Mitreisenden sich anschließend übers Fotobuch freuen…dann wird alles brav mit gemacht!

    • Reply Sophia 27. Mai 2015 at 15:54

      Ja, man braucht immer einen Anreiz. Seit dem ich mit dem Bloggen angefangen habe, weiß ich gute und viele Fotos deutlich mehr zu schätzen! 🙂

  • Reply Martina 27. Mai 2015 at 10:45

    Wow der Artikel ist ja super und passt wie die Faust aufs Auge 🙂 mein Freund (Fotograf) und ich (Bloggerin) starten auch bald unsere Weltreise und ich denke das wird dann wohl aussehen wie bei euch… ich hoff ich vergess das Wasser nicht 😉

    • Reply Sophia 27. Mai 2015 at 15:56

      Toll, ich wünsche euch viel Spaß und großartige Erlebnisse auf eurer Reise und bin schon gespannt auf Fotos und Berichte (freu mich übrigens auch immer über Gastbeiträge! 😉 ). Ja, denk an das Wasser und ein Stück „Notfallschokolade“ sollte auch immer dabei sein! 🙂

  • Reply Martina 28. Mai 2015 at 20:01

    Ja die Schokolade is aber dann wohl für mich nicht wahr? 😀 ein gastbeitrag würde uns natürlich sehr freuen… wie funktioniert das denn vom ablauf her? Wir gehören ja noch zu den Blogger-Küken 😉
    Qürd mich über infos freuen. Lg

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