Reisen, Transsib-Tagebuch

Ein perfekter Tag in Krasnojarsk

Die schöne sibirische Stadt Krasnojarsk, von der wir vorher noch nie etwas gehört hatten und die wir eigentlich nur besucht haben, weil wir zwischen Kungur und Irkutsk noch einen Stopp einlegen wollten, hat uns sehr positiv überrascht.

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber das Bild, das ich von Sibirien hatte, hatte immer irgendwie mit Schnee, unerträglicher Kälte und trostlosen Plattenbauten zu tun.

Ok, das es nicht schneien würde und dass der Sommer in Sibirien auch sonnig und warm ist, das wusste ich schon, konnte es mir aber irgendwie nicht so richtig vorstellen.

Krasnojarsk war also unsere erste sibirische Stadt und das erste, was wir entdeckten waren Palmen. Und ein mobiles Hipster Café, aber mal ganz von Anfang an. Ein perfekter Tag in und um Krasnojarsk herum sieht ungefähr so aus:

Hostel

Krasnojarsk ist (noch) kein Touristen-Hotspot, dementsprechend limitiert ist das Angebot an günstigen Backpackerunterkünften. Ein guter Tipp ist das Sibtourguide Hostel in dem wir untergekommen sind und dessen Besitzer Anatoly auch die Tour in das Stolbi Naturschutzgebiet anbietet.

Frühstück

Café Akademia

Die meisten Cafés, die Frühstück anbieten, öffnen leider erst um 10 Uhr. Nicht so das Akademia Café in der Ulitsa Karla Marxa 47. Hier gibt es ab 8 Uhr großartigen Kaffee, leckere Croissants, Muffins und den klassischen russischen Porridge, bzw. Kasha. Die frühe Uhrzeit ist wichtig, denn um 08:45 Uhr geht es direkt weiter im Plan.

Vormittags

Da wir in Anatolys Hostel untergebracht waren, haben wir auch dort von seinen Touren erfahren und direkt die Tour ins Stolbi Naturschutzgebiet gebucht, weil wir im Vorfeld schon einiges über die schöne Natur in der Umgebung von Krasnojarsk gelesen hatten.

Frühmorgens fuhren wir und noch 6 andere Tourteilnehmer mit Anatoly los in Richtung Stadtrand. Schnell wurde die Umgebung dörflicher und grüner. Am Waldrand stellten wir das Auto ab und wanderten los, stetig bergauf den Felsen entgegen, die dieses Naturschutzgebiet für Kletterer aus aller Welt interessant macht. Anatoly erzählte uns, wie das Naturschutzgebiet entstanden ist und führte uns über felsige Pfade zu atemberaubenden Aussichtspunkten – einige waghalsige Klettertouren inbegriffen, die man aber nicht mitmachen muss. Am Ende fuhren wir mit dem Skilift wieder ins Tal und hatten dort noch eine knappe Stunde Zeit um entweder in Ruhe zu Mittag zu essen oder die Sommerrodelbahn auszutesten. Ich war begeistert – endlich mal wieder Berge und Natur, endlich mal wieder körperliche Anstrengung nach den vielen Stunden im Zug!

Kaffee

Zurück in der Stadt, ist schon wieder höchste Zeit für Kaffee und den bekommt man bei gutem Wetter am Besten bei einem der vielen Coffee Vans, die überall in der Stadt verteilt stehen. Wir haben unseren regelmäßig bei Ludwig 64 getrunken und nicht nur der Kaffee, auch die fröhlichen Baristas sind definitiv einen Besuch wert. In der Regel steht direkt nebenan eine der vielen Eistruhen mit Verkäuferin, so dass man sich die Kaffeepause zusätzlich versüßen kann.

Ludwig

Nachmittags

Den Nachmittag kann man dann, wahlweise mit Kaffee und/oder Eis in der Hand über den Prospekt Mira schlendernd verbringen, der die Haupt-Einkaufsstraße und somit das Herz von Krasnojarsk darstellt. Hier gibt es Restaurants, Cafés, Kinos und sehr viele kleine und größere Parks zu besuchen.

Mira

Abendessen

Wenn man sich dann hungrig spaziert hat, darf natürlich ein gutes Abendessen nicht fehlen. Unser absoluter Favorit war das Shkvarok: hier gibt es großartige, frisch zubereitete ukraninische Küche in traditionellem Ambiente. Leider waren wir etwas zu früh dort, in den späteren Abendstunden, so wurde uns erzählt, fängt das Kellnerpersonal an zu singen.

Ausklang

An einem lauen Sommerabend, so wie wir sie durchweg hatten, bietet sich ein Abendspaziergang am Jenissei an. Wer möchte kann in einem der vielen Outdoor Restaurants noch einen Absacker trinken oder einfach nur auf einer der zahlreichen Bänke der Musik lauschen.

Typisch wir

Mal wieder haben wir die eigentlichen Sehenswürdigkeiten ausgelassen. Klassiker in Krasnojarsk sind: die  Paraskewa-Pjatniza Kapelle, die auf dem 10 Rubel Schein abgebildet ist, das Kraftwerk am Krasnojarsker Stausee und mehrere gute Museen.

Uns war bei dem guten Wetter weder nach Museen, noch nach Kirchen zumute und statt des Kraftwerkes haben wir uns für die Stolbi-Tour entschieden – alles richtig gemacht finden wir!

Warst du schon mal in Krasnojarsk oder möchtest gerne mal hin? Erzähls mir in den Kommentaren!

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