Reisen, Transsib-Tagebuch

Transsib-Vorbereitungen Teil 1: Das Visum

Da hatten wir nun schon seit geraumer Zeit den Plan im Sommer mit dem Zug durch Sibirien zu schaukeln. Wir kamen der Realität aber kein Stückchen näher, weil die Vorbereitungen so kompliziert und umfangreich sind, dass wir überhaupt keine Lust hatten, damit anzufangen. Nach vielem Hin und Her ist es nun aber soweit: unsere Reisepässe sind um ein Visum reicher wohlbehalten wieder Zuhause angekommen und wir sind froh und glücklich, weil dieser erste wichtige Schritt nun endlich hinter uns liegt.

Hier erzähle ich dir, was du für die Beantragung eines Russland-Visums beachten musst:

Foto

Obwohl dein Reisepass natürlich mit einem Foto versehen ist, brauchst du für das Russland-Visum ein extra Bild. Es muss genauso wie das Passbild biometrisch sein und das Format 35 mm x 45 mm haben.

Krankenversicherung

Für Russland brauchst du eine Auslandskrankenversicherung. Achte genau darauf, dass deine Versicherung weltweit gilt und nicht bestimmte Länder wie z.B. Russland ausschließt.

Sobald du die Versicherung abgeschlossen hast, brauchst du vom Versicherer ein Schreiben, das folgende Angaben erhält:

  • Datum des Versicherungsabschlusses
  • Police-Nummer
  • Vor- und Nachname des Versicherungsnehmers
  • Angaben des Versicherers
  • Die Gültigkeit der Versicherung über die Dauer der Reise.
  • Eine Übersicht der versicherten medizinischen und Krankentransport-leistungen, einschließlich der Überführung der sterblichen Überreste
  • Die Deckungssumme darf nicht unter 30 000 EUR sein
  • Territorialer Gültigkeitsraum (gesamte Welt, einschließlich Russland; Europa, einschließlich Russland usw.; Vorrang hat die garantierte Gültigkeit in Russland)
  • Unterschrift des Versicherers.

Wir haben beide bei unterschiedlichen Anbietern Versicherungen abgeschlossen und dieses Schreiben innerhalb eines Tages (eingescanned per Mail), bzw. einer Woche (per Post) erhalten. Wenn man es eilig hat, lohnt es sich sicher um einen Versand per Mail zu bitten.

Gehaltsnachweis

Ja, du hast richtig gelesen. Ein Gehaltsnachweis gehört zum Visumantrag dazu. Für Studierende der Studienbescheid, für Schüler der Schülerausweis, für Rentner der Rentenbescheid, für Selbstständige ein Schreiben vom Steuerberater über das Durchschnittseinkommen, für Arbeitslose ein entsprechender Nachweis und für Hausfrauen (halt dich fest!) ein formloses Schreiben des Ehemannes über die monatliche Unterstützung, die er ihr zahlt. Von Hausmännern war komischerweise nicht die Rede…

Achja und aktuell muss der Nachweis natürlich sein!

Einladung

Nun hast du also all diese Papiere beisammen und denkst es kann jetzt losgehen. Nicht so schnell! Nach Russland kommt nur, wer aus Russland eine Einladung erhält!

Eine solche Einladung wird in der Regel vom Reiseveranstalter ausgestellt. Individualtourismus ist anscheinend in Russland nicht besonders gerne gesehen. Reist man auf eigene Faust und hat keinen Reiseveranstalter, kann man auch von jedem einzelnen Hotel eine Bestätigung für die gebuchten Nächte vorlegen.

Beides kommt für uns nicht in Frage, da wir weder einen Reiseveranstalter beauftragen wollen, noch organisiert genug sind um die komplette Reise schon Monate vorher bis ins kleinste Detail zu planen. Interessanterweise kann man die Transsib-Tickets auch erst 45 Tage vor Reiseantritt buchen. Wir säßen also da, mit gebuchten Hotels für 43 Nächte und würden dann im Anschluss herausfinden, dass die Züge gar nicht nach unserem persönlichen Zeitplan fahren.

Eine Alternative musste also her und wir fanden recht schnell heraus, dass es ohne Probleme möglich ist, sich eine touristische Einladung von einem „Reiseveranstalter“ im Internet zu bestellen.

Agentur ja oder nein?

Wenn man alle oben genannten Hürden umschifft hat, bleibt immer noch der Visumantrag, den wir, wie wir jetzt gelernt haben, ohne die Hilfe einer Agentur nicht fehlerfrei hätten ausfüllen können. Doch! Wir haben alle Hinweise gelesen! Trotzdem.

Ich rate also tatsächlich dazu eine Agentur mit der Visumbeschaffung zu beauftragen. Meist gibt es die Einladung gleich dazu, der Visumantrag wird kontrolliert und ggf. korrigiert und wenn man unter Zeitdruck steht, bekommt man das Visum gegen einen Aufpreis sogar schon innerhalb von 3 Tagen.

Man übergibt der Agentur alle oben genannten Dokumente inklusive des ausgefüllten Visumantrages, muss sich um nichts weiter kümmern und hält sein Visum innerhalb von längstens 14 Tagen in der Hand.

Länge des Aufenthaltes

Ein Touristenvisum kann man für höchstens 30 Tage beantragen. Im Antrag muss man auch schon angeben, ob man Russland zwischendurch verlassen möchte. Man kann zwischen einmaliger und zweimaliger Einreise wählen. Öfter geht nicht.

Für die Mongolei ist bei einem Aufenthalt von bis zu 30 Tagen für Deutsche Staatsbürger kein Visum notwendig!

Warst du schon mal in Russland oder willst demnächst hin? Hast du Ergänzungen, Fragen oder Tipps?

You Might Also Like

3 Comments

  • Reply Mandy // Movin'n'Groovin 16. Juni 2015 at 9:09

    Hi Sophia, ich bin auch gerade dabei meinen Papierkram für das Visum zu organisieren… was für ein Aufwand! Aber ich bin sehr gespannt auf die Reise. Wann seid ihr denn unterwegs? Wir fahren mit der Transsib am 4.8. in Moskau los bis Irkutsk…

    • Reply Sophia 16. Juni 2015 at 12:24

      Hey Mandy, ich drück die Daumen für das Visumspektakel! Bei uns geht’s am 19.7. in St. Petersburg los. Wann werdet ihr in Irkutsk sein? Wenn ihr schnell seid, holt ihr uns vielleicht ein! 😉
      Liebe Grüße
      Sophia

  • Reply Russland & Mongolei mit der Transsibirischen Eisenbahn - Reiseplanung & Tipps // Movin'n'Groovin 19. Juli 2015 at 17:08

    […] Transsib-Vorbereitungen Teil 1: Das Visum // Sophias Notebook […]

  • Leave a Reply

    *